Aktive Ausnutzungsversuche zielen auf RCE-Schwachstelle in Progress Kemp LoadMaster

Sicherheitsforscher warnen, dass eine neu offengelegte kritische Schwachstelle in Progress Kemp LoadMaster bereits Angriffsversuche in freier Wildbahn auf sich zieht. Nach Angaben der Threat Response...

Sicherheitsforscher warnen, dass eine neu offengelegte kritische Schwachstelle in Progress Kemp LoadMaster bereits Angriffsversuche in freier Wildbahn auf sich zieht. Nach Angaben der Threat Response Unit (TRU) von eSentire begannen Aktivitäten gegen CVE-2026-8037 am 29. Juni 2026.

Das Problem weist einen CVSS-Score von 9,6 auf und betrifft eine Schwachstelle zur Einschleusung von Betriebssystembefehlen in der LoadMaster-API. Bei erfolgreicher Ausnutzung könnte ein nicht authentifizierter Angreifer beliebige Befehle auf einer exponierten Appliance ausführen. Progress beschrieb den Fehler als Verarbeitung nicht bereinigter Eingaben, die eine Remote-Code-Ausführung ermöglichen könnte.

Funktionsweise der Schwachstelle

In einer technischen Analyse erklärte watchTowr Labs, dass das Problem offenbar auf eine Funktion namens escape_quotes() zurückzuführen ist, die bereinigte Zeichenfolgen nicht ordnungsgemäß beendet. Dieser Fehler kann einen Out-of-Bounds-Read in angrenzenden Heap-Speicher auslösen. Mit speziell gestalteten Anfragen an den Endpunkt /accessv2 könnte ein Angreifer möglicherweise Speicherinhalte so manipulieren, dass es zur Einschleusung von Befehlen kommt.

Die von eSentire beobachteten Einbruchsversuche waren zwar nicht erfolgreich, und es wurden keine Aktivitäten nach einer Kompromittierung festgestellt. Die Forscher warnten jedoch, dass die Veröffentlichung von Proof-of-Concept-Details die Wahrscheinlichkeit weiterer Angriffe erhöhen könnte.

Beobachtete Quelladressen

  • 192.42.116[.]58
  • 192.42.116[.]105
  • 146.70.139[.]154

Organisationen, die LoadMaster einsetzen, sollten ihre Angriffsfläche umgehend prüfen, die Hinweise des Herstellers schnellstmöglich umsetzen und den Zugriff auf Verwaltungsschnittstellen, sofern möglich, einschränken. Selbst fehlgeschlagene Ausnutzungsversuche können darauf hindeuten, dass Bedrohungsakteure nach verwundbaren Installationen suchen, bevor eine umfassendere Bewaffnung erfolgt.

CVE-2026-8037 ist die zweite Schwachstelle zur Einschleusung von Befehlen in Progress Kemp LoadMaster, die Aufmerksamkeit durch aktive Ausnutzungsversuche auf sich zieht. Zuvor war dies bei CVE-2024-1212 der Fall, einer weiteren kritischen Schwachstelle, die zuvor die Ausführung beliebiger Befehle ermöglichte.