Anonymer Forscher veröffentlicht Exploit-Code für mehrere Zero-Day-Schwachstellen

Ein anonymer Forscher unter dem Pseudonym bikini hat ein GitHub-Repository mit Proof-of-Concept-Exploit-Code und Beschreibungen mutmaßlicher Zero-Day-Schwachstellen veröffentlicht, die 15 Produkte und...

Ein anonymer Forscher unter dem Pseudonym bikini hat ein GitHub-Repository mit Proof-of-Concept-Exploit-Code und Beschreibungen mutmaßlicher Zero-Day-Schwachstellen veröffentlicht, die 15 Produkte und Open-Source-Projekte betreffen. Das Repository namens exploitarium wurde inzwischen entfernt, hatte jedoch zuvor die Aufmerksamkeit von Sicherheitsteams und anderen Forschern auf sich gezogen.

Berichten zufolge werden mindestens zwei der in dem Dump genannten Schwachstellen bereits aktiv ausgenutzt. Eine davon ist CVE-2026-55200, eine kritische, ohne vorherige Authentifizierung ausnutzbare Schwachstelle zur Remotecodeausführung in libssh2, der clientseitigen C-Bibliothek zur Implementierung von SSH2. Die Schwachstelle betrifft manipulierte SSH-Pakete mit übermäßig großen packet_length-Werten, die den Heap-Speicher beschädigen und möglicherweise eine Remotecodeausführung ermöglichen können. Die Maintainer haben einen Fix in den Hauptentwicklungszweig integriert, eine Version mit dem Patch steht jedoch noch aus.

Die zweite Schwachstelle ist CVE-2026-58053, die Gitea act_runner im Docker-Backend betrifft. Sicherheitsforscher beschreiben sie als Problem bei der Rechtekontrolle, das zum Ausbruch aus Containern mit Root-Rechten führen kann.

Umfang des Repositorys

Das Repository enthielt Berichten zufolge Material zu mehreren weit verbreiteten Tools und Diensten, darunter:

  • libssh2
  • Splunk
  • RustDesk
  • 7-Zip
  • VLC
  • AnyDesk
  • OpenVPN
  • c-ares
  • Gitea
  • Floci

Der Forscher behauptete, die Schwachstellen seien zuvor noch nicht gemeldet worden, und forderte andere dazu auf, eigene Erkenntnisse einzureichen und die Anerkennung dafür zu beanspruchen, falls CVEs vergeben würden. Diese Behauptungen wurden nicht unabhängig verifiziert. Sicherheitsbeobachter stellten außerdem fest, dass ein Teil des Materials möglicherweise mithilfe fortschrittlicher KI-Tools erstellt oder unterstützt worden sein könnte, was ebenfalls unbestätigt bleibt.

Nachdem das Repository aufgetaucht war, begannen andere Analysten, auf Grundlage der veröffentlichten Proofs of Concept Erkennungsregeln und Hinweise zur Überwachung zu entwickeln. Trotz der Entfernung durch GitHub dürfte der Vorfall weiterhin unter Angreifern und Verteidigern kursieren, da Exploit-Code und Details zu Schwachstellen nach ihrer Entfernung häufig erneut auftauchen.