ASIO: Staatlich unterstützte Hacker drangen im Rahmen eines Sabotageplans in kritische australische Infrastruktur ein
Australiens Inlandsgeheimdienst warnt, dass ausländisch unterstützte Hacker einen Betreiber kritischer Infrastruktur kompromittiert haben und offenbar eine Sabotageaktion vorbereiteten, die später hät...
Australiens Inlandsgeheimdienst hat gewarnt, dass ausländisch unterstützte Hacker einen Betreiber kritischer Infrastruktur kompromittiert hatten und offenbar eine Sabotageaktion vorbereiteten, die später hätte ausgelöst werden können. Die Mitteilung erfolgte durch ASIO-Generaldirektor Mike Burgess im Rahmen der jährlichen Bedrohungsanalyse der Behörde.
Burgess sagte, die Angreifer hätten nicht nur Zugang erlangt, sondern auch Zugangsdaten aktiver Nutzer erbeutet, darunter von Mitarbeitern, die für den Schutz des Netzwerks verantwortlich waren. Laut ASIO bestand das Ziel nicht in einer sofortigen Zerstörung, sondern in langfristigem Zugang und der Kartierung des Netzwerks. Dadurch hätten die Eindringlinge die Möglichkeit gehabt, den Betrieb zu stören, sobald es ihnen passend erschien.
Die Behörde erklärte, sie habe den Eindringversuch erkannt, die Aktivitäten der Angreifer verfolgt und gemeinsam mit der betroffenen Organisation sowie Sicherheitspartnern an der Eindämmung des Vorfalls gearbeitet. Burgess fügte hinzu, dass das Ausmaß staatlich unterstützter Aktivitäten gegen Australiens Infrastruktur erheblich sei und dass ein bestimmter Nationalstaat einen großen Teil dieser Aktivitäten in der Region vorantreibe.
Spionage im Zusammenhang mit AUKUS
Burgess beschrieb außerdem einen separaten Versuch zur Informationsbeschaffung, der sich gegen eine Person mit australischer Sicherheitsfreigabe richtete. In diesem Fall gab sich ein ausländischer Agent online als Berater aus, bezahlte die Zielperson für schriftliche Berichte und versuchte anschließend, Informationen über AUKUS zu erlangen, das Verteidigungsbündnis zwischen Australien, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich.
Laut ASIO wurde der betreffende Beamte misstrauisch, meldete den Kontakt und kooperierte mit den Ermittlern. Die Behörde nutzte den Vorfall später, um den Agenten direkt zur Rede zu stellen. Burgess zufolge trug dies dazu bei, die Operation zu stören und Schwachstellen im Vorgehen des ausländischen Nachrichtendienstes offenzulegen.
ASIO zufolge ist der Vorfall ein Beispiel dafür, wie ausländische Dienste soziale Manipulation, Online-Identitäten und Zahlungen einsetzen, um australische Insider anzuwerben oder unter Druck zu setzen.
Umfassendere Sicherheitsbedenken
Neben der Cyber-Spionage verwies Burgess auf Terrorismus- und Radikalisierungsrisiken. Die Anwerbung durch Extremisten finde zunehmend online und auf verschlüsselten Plattformen statt. Er sagte, ASIO habe seit Ende 2025 mehrere bedeutende Fälle im Zusammenhang mit Terrorismus bearbeitet und im vergangenen Jahrzehnt Dutzende größere Anschlagspläne aufgedeckt.
- ASIO hat spezielle Teams eingerichtet, um auf Sabotagebedrohungen gegen kritische Infrastruktur zu reagieren.
- Nach Angaben der Behörde nutzen staatlich unterstützte Akteure dauerhaften Zugang und den Diebstahl von Zugangsdaten, um künftige Angriffe vorzubereiten.
- Online-Umgebungen bleiben ein wichtiger Kanal für Spionage, Anwerbung und Radikalisierung.
Burgess sagte, ASIO weite den Einsatz neuer Technologien, darunter künstliche Intelligenz, aus, um mit der Bedrohungslage Schritt zu halten, und rief Australier dazu auf, eine berufliche Laufbahn bei der Behörde in Betracht zu ziehen.
