Kann Kleidung dabei helfen, Gesichtserkennungssysteme zu umgehen?
Bedenken hinsichtlich der Gesichtserkennung im öffentlichen Raum haben Forschende dazu veranlasst, nach Möglichkeiten zu suchen, wie gewöhnliche Menschen ihre Identifizierung erschweren können. Ein vo...
Bedenken hinsichtlich der Gesichtserkennung im öffentlichen Raum haben Forschende dazu veranlasst, nach Möglichkeiten zu suchen, wie gewöhnliche Menschen ihre Identifizierung erschweren können. Ein vorgeschlagener Ansatz ist Kleidung mit auffälligen, stark gemusterten Designs, die die von Überwachungskameras eingesetzten Computer-Vision-Systeme beeinträchtigen kann.
Die Idee beruht darauf, wie manche neuronalen Netze Bilder interpretieren. Während Menschen möglicherweise einfach ein bedrucktes T-Shirt oder eine gemusterte Jacke sehen, kann ein Algorithmus, der darauf trainiert wurde, Gesichter zu erkennen und Identitäten abzugleichen, durch ungewöhnliche visuelle Merkmale, starke Kontraste oder Formen, die für Verwirrung bei der Analyse des Modells sorgen, mitunter aus dem Konzept gebracht werden.
So funktioniert das Konzept
Forschende, die sogenannte adversariale Muster untersuchen, haben mit visuellen Designs experimentiert, die die automatisierte Erkennung stören sollen. In einigen Fällen werden diese Muster auf Kleidung und Accessoires gedruckt, sodass das Erscheinungsbild einer Person von der Software schwerer korrekt klassifiziert werden kann. Das Ziel besteht nicht darin, jemanden buchstäblich unsichtbar zu machen, sondern darin, die maschinelle Identifizierung weniger zuverlässig zu machen.
Befürworter dieses Ansatzes sagen, er könne Menschen, die sich durch allgegenwärtige Überwachung unwohl fühlen, eine praktische, nicht technische Maßnahme zum Schutz der Privatsphäre bieten. Kritiker weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit je nach Kamera, Beleuchtung, Blickwinkel und dem jeweils eingesetzten Erkennungssystem stark variieren kann.
Was es zu beachten gilt
- Die Ergebnisse sind nicht bei allen Gesichtserkennungsplattformen garantiert.
- Was ein Modell verwirrt, kann bei einem anderen kaum Wirkung zeigen.
- Solche Kleidung ist möglicherweise eher als Maßnahme zum Schutz der Privatsphäre geeignet denn als narrensichere Verteidigung.
Da Gesichtserkennung im öffentlichen und privaten Umfeld immer häufiger zum Einsatz kommt, dürfte auch das Interesse an Gegenmaßnahmen wachsen. Derzeit bleibt Kleidung, die maschinelles Sehen verwirren soll, eine experimentelle und unterschiedlich wirksame Reaktion auf zunehmend leistungsfähige Überwachungstechnologien.
