FBI beschlagnahmt NetNut-Proxy-Domains im Vorgehen gegen Popa-Botnetz

Das FBI teilte mit, Hunderte mit NetNut verknüpfte Domains beschlagnahmt zu haben. NetNut ist ein Anbieter von Residential-Proxys, den mehrere Sicherheitsforscher mit dem Popa-Botnetz in Verbindung br...

Das FBI teilte mit, Hunderte mit NetNut verknüpfte Domains beschlagnahmt zu haben. NetNut ist ein Anbieter von Residential-Proxys, den mehrere Sicherheitsforscher mit dem Popa-Botnetz in Verbindung bringen. An der Operation waren auch die Abteilung für strafrechtliche Ermittlungen des IRS sowie mehrere Partner aus dem privaten Sektor beteiligt.

Die Beschlagnahmung erfolgte etwa zwei Wochen, nachdem Forscher berichtet hatten, dass die Software von NetNut verwendet wurde, um mindestens 2 Millionen Geräte in ein Botnetz aufzunehmen, das aus Unterhaltungselektronik und anderen Geräten in Privathaushalten aufgebaut wurde. Die kompromittierten Systeme wurden Berichten zufolge in Residential-Proxy-Knoten umgewandelt, die gemietet werden konnten, um die Herkunft des Online-Datenverkehrs zu verschleiern.

So wurde das Netzwerk genutzt

Nach Angaben der Threat Intelligence Group von Google wurden mutmaßliche NetNut-Exit-Knoten von einer Vielzahl von Angreifern genutzt, darunter Cyberkriminelle und mit Spionage in Verbindung stehende Gruppen. Google erklärte, diese Proxyserver hätten dazu beigetragen, die Quelle von Password-Spraying-Kampagnen, den Zugriff auf Umgebungen von Opfern und den Datenverkehr zu von Angreifern kontrollierter Infrastruktur zu verschleiern.

Das Unternehmen teilte außerdem mit, Google-Konten und -Dienste deaktiviert zu haben, die mit Malware-Aktivitäten zur Command-and-Control-Kommunikation in Verbindung standen. Zudem wurden technische Informationen an Strafverfolgungsbehörden weitergegeben und Anwendungen entfernt, die mit NetNut verbundene Softwarekomponenten bündelten.

Reaktion des Unternehmens und weitreichendere Auswirkungen

Alarum Technologies, die Muttergesellschaft von NetNut, erklärte, sie sei über die Beschlagnahmung informiert und werde mit den Ermittlern kooperieren. Der Rechtsbeistand des Unternehmens teilte mit, Alarum wolle dabei helfen, jeglichen Missbrauch seiner Infrastruktur zu ermitteln und festzustellen, wer dafür verantwortlich sein könnte.

Sicherheitsforscher erklärten, die Unterbrechung könnte erhebliche Auswirkungen haben, da NetNut von Wiederverkäufern weithin genutzt worden sei und sich zu einem wichtigen Anbieter auf dem Markt für Residential-Proxys entwickelt habe. Einige Experten wiesen darauf hin, dass die Maßnahme auch den Umfang von Distributed-Denial-of-Service-Angriffen verringern könnte, die auf kompromittierten Geräten hinter privaten Internetanschlüssen basieren.

  • Google erklärte, die Maßnahme habe Millionen von Geräten aus dem verfügbaren Proxy-Pool entfernt.
  • Forscher warnten, dass Proxy-Netzwerke durch den Erwerb von Kapazitäten bei anderen Anbietern wiederaufgebaut werden können.
  • Verbrauchern wurde geraten, nicht vertrauenswürdige TV-Boxen und inoffizielle App-Stores zu meiden.

Sicherheitsunternehmen warnen außerdem, dass einige Smart-TVs und Streaming-Geräte über Drittanbieter-Apps oder gebündelte Software in Proxy-Netzwerke aufgenommen werden können. Analysten empfehlen, Hardware von seriösen Anbietern zu verwenden, Software auf vertrauenswürdige Quellen zu beschränken und vor der Installation zu prüfen, ob ein Gerät über eine offizielle Zertifizierung verfügt.