Ehemaliger Huntress-Analyst behauptet Kontakt eines Insiders zu Ransomware-Gruppe; Unternehmen weist Vorwurf zurück
Zwischen dem Cybersicherheitsunternehmen Huntress und einem ehemaligen Mitarbeiter ist ein öffentlicher Streit entbrannt. Der Ex-Mitarbeiter sagt, das Unternehmen habe ein Sicherheitsproblem im Zusamm...
Zwischen dem Cybersicherheitsunternehmen Huntress und einem ehemaligen Mitarbeiter ist ein öffentlicher Streit entbrannt. Der Ex-Mitarbeiter sagt, das Unternehmen habe ein Sicherheitsproblem im Zusammenhang mit einem Insider und einer Ransomware-Gruppe vertuscht.
Die Kontroverse begann, nachdem Huntress bekannt gegeben hatte, von einem Lieferkettenangriff auf Klue betroffen gewesen zu sein. Das Unternehmen erklärte, es sei eines von vielen betroffenen Kunden und strebe Transparenz bei Sicherheitsvorfällen an. Der ehemalige Security-Operations-Analyst Ben Folland reagierte in den sozialen Medien, doch seine Kommentare bezogen sich auf einen früheren Streit und nicht auf den Vorfall bei Klue.
Was der ehemalige Mitarbeiter behauptet
Folland, der Huntress im Februar verließ, sagt, er habe aufgrund eines von ihm beschriebenen Interessenkonflikts sowie aus persönlichen Gründen gekündigt. In Beiträgen auf LinkedIn behauptete er, im Dezember erfahren zu haben, dass ein anderer Huntress-Mitarbeiter Nachrichten von US-Strafverfolgungsbehörden an einen als DevMan bekannten Cyberkriminellen weitergeleitet habe – einen Ransomware-Akteur, der ihn und seine Familie öffentlich ins Visier genommen hat.
Außerdem behauptete er, das Unternehmen habe versucht, die Angelegenheit geheim zu halten, und deutete an, dass Reputationsbedenken sowie ein bevorstehender Börsengang die Reaktion beeinflusst hätten. Folland erklärte, er plane, in den kommenden Wochen Belege zu veröffentlichen, darunter die Kommunikation mit dem FBI und interne Unternehmensnachrichten.
Wie Huntress reagierte
Huntress-CEO Kyle Hanslovan wies über einen Sprecher und später auf Reddit die Vorstellung zurück, das Unternehmen habe einen Börsengang über die Sicherheit seiner Kunden gestellt. Er sagte, ein ehemaliger Mitarbeiter habe Bedenken hinsichtlich des „schlechten Urteilsvermögens“ eines Kollegen bei der Kommunikation mit einem Cyberkriminellen geäußert. Zugleich fügte er hinzu, dass Sicherheitsforscher manchmal mit mutmaßlichen Bedrohungsakteuren interagieren müssten, um Informationen zu sammeln, die Kunden und Partnern helfen.
Hanslovan erklärte, das Unternehmen nehme die Bedenken ernst und müsse zugleich die Privatsphäre der an der Angelegenheit und an etwaigen damit verbundenen Untersuchungen beteiligten Mitarbeiter schützen. Er fügte hinzu, dass Huntress schnell handeln werde, falls neue Informationen die Einschätzung des Unternehmens änderten.
Was weiterhin unklar ist
- Ob das mutmaßliche Verhalten des Insiders ein Fehlverhalten oder eine autorisierte Maßnahme zur Gewinnung von Informationen darstellte.
- Welche Rolle die Kommunikation mit Strafverfolgungsbehörden in dem Fall gegebenenfalls spielte.
- Ob Huntress über die bereits abgegebenen Kommentare hinaus eine formelle öffentliche Stellungnahme veröffentlichen wird.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist der Streit weiterhin ungelöst, und beide Seiten schildern den Hergang deutlich unterschiedlich.
