Internationale Cyberbehörden veröffentlichen Leitlinien zu China zugeschriebenen verdeckten Netzwerken

Das britische National Cyber Security Centre hat gemeinsam mit 15 internationalen Partnern neue Leitlinien veröffentlicht, die Organisationen dabei helfen sollen, mit China verbundene verdeckte Netzwe...

Das britische National Cyber Security Centre hat gemeinsam mit 15 internationalen Partnern neue Leitlinien veröffentlicht, die Organisationen dabei helfen sollen, mit China verbundene verdeckte Netzwerke zu erkennen und sich gegen sie zu schützen.

Die Empfehlung befasst sich damit, wie Angreifer kompromittierte internetfähige Geräte wie Heimrouter und intelligente Geräte nutzen, um die Quelle böswilliger Aktivitäten zu verschleiern. Nach Angaben der Behörden werden diese verdeckten Netzwerke in großem Umfang eingesetzt, um kritische Sektoren anzugreifen, sensible Daten zu stehlen und über längere Zeit Zugriff auf die Umgebungen von Opfern aufrechtzuerhalten.

Die Leitlinien wurden zusammen mit Beiträgen von Branchenvertretern aus dem Cyber-League-Programm des NCSC veröffentlicht und sollen Verteidigern praktische Maßnahmen zur Risikominderung an die Hand geben. Zudem wird eine wachsende Herausforderung für Sicherheitsteams hervorgehoben, die als „Aussterben von IOCs“ bekannt ist: Dabei verschwinden Kompromittierungsindikatoren kurz nach ihrer Identifizierung. Organisationen benötigen daher möglicherweise eine anpassungsfähigere, auf Bedrohungsinformationen gestützte Überwachung, anstatt sich ausschließlich auf statische Indikatoren zu verlassen.

Empfehlungen der Sicherheitsbehörden

  • Überwachung und Erkennung verbessern, um verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit kompromittierten Geräten Dritter zu identifizieren.
  • Mehrschichtige Sicherheitskontrollen einsetzen, die auch dann funktionieren, wenn Indikatoren nur kurzzeitig gültig sind oder sich ständig ändern.
  • Die Gefährdung durch Edge-Geräte und andere aus dem Internet erreichbare Systeme überprüfen, die als Teil eines verdeckten Netzwerks missbraucht werden können.
  • Etablierte Sicherheitsstandards und Leitlinien anwenden, die auf die Größe und den Reifegrad der Organisation abgestimmt sind.

Paul Chichester, Director of Operations beim NCSC, erklärte, die Behörde und ihre Partner wollten die Taktiken sichtbarer machen und Organisationen dazu bewegen, kritische Ressourcen besser zu schützen. In der Empfehlung wird außerdem darauf hingewiesen, dass einige dieser Netzwerke von chinesischen Unternehmen für Informationssicherheit extern betrieben werden.

Das NCSC hat Aktivitäten verdeckter Netzwerke bereits zuvor China zugeschrieben und bei früheren Maßnahmen mit internationalen Partnern die Rolle der Integrity Technology Group im Zusammenhang mit dem Flax-Typhoon-Botnetz hervorgehoben. Die britische Regierung verhängte später Sanktionen gegen dieses Unternehmen sowie gegen ein weiteres chinesisches Unternehmen für Informationssicherheit. Begründet wurde dies mit rücksichtslosen und unterschiedslosen Cyberaktivitäten.

Kleinere Organisationen werden auf das kostenlose Cyber Action Toolkit verwiesen, während größere Unternehmen angehalten werden, eine Cyber-Essentials-Zertifizierung anzustreben und den Cyber Assessment Framework zu nutzen.

Die vollständige Empfehlung und eine Zusammenfassung für Führungskräfte sind auf der Website des NCSC verfügbar.