Linux-Kernel-Schwachstelle in KVM kann Angreifern das Ausbrechen aus virtuellen Maschinen ermöglichen

Forscher haben eine Schwachstelle im Linux-Kernel offengelegt, durch die eine bösartige virtuelle Maschine aus ihrer Sandbox ausbrechen und das Hostsystem beeinträchtigen könnte. Das als CVE-2026-5335...

Forscher haben eine Schwachstelle im Linux-Kernel offengelegt, durch die eine bösartige virtuelle Maschine aus ihrer Sandbox ausbrechen und das Hostsystem beeinträchtigen könnte. Das als CVE-2026-53359 erfasste und Januscape genannte Problem betrifft den Shadow-MMU-Code des Kernel-based Virtual Machine (KVM)-Hypervisors.

Die Schwachstelle ist für Cloud- und Hosting-Umgebungen von erheblicher Bedeutung, wenn dort nicht vertrauenswürdige Workloads ausgeführt werden – insbesondere auf x86-Systemen mit verschachtelter Virtualisierung. Nach Angaben der Forscher handelt es sich um den ersten KVM-Exploit, der nachweislich sowohl auf Intel- als auch auf AMD-Plattformen funktioniert.

Der Fehler wurde vom Sicherheitsforscher Hyunwoo Kim entdeckt, der das Problem im Rahmen des kvmCTF-Programms von Google als Zero-Day demonstrierte. Dieser Bug-Bounty-Wettbewerb bietet Belohnungen von bis zu 250.000 US-Dollar für vollständige VM-Escape-Schwachstellen. Kim zufolge handelt es sich um eine Use-after-free-Bedingung, die aus einem Gast heraus ausgenutzt werden kann, um den Shadow-Page-Status des Host-Kernels zu beschädigen.

Warum das Problem wichtig ist

Bei erfolgreicher Ausnutzung könnte Januscape einem Angreifer den Wechsel von einer Gast-VM auf den zugrunde liegenden Host ermöglichen. Dadurch ergeben sich zwei wesentliche Folgen:

  • Störung anderer Mandanten auf demselben physischen Server durch einen Absturz des Host-Kernels
  • Erlangung der Codeausführung mit Root-Rechten auf dem Host und möglicherweise Kontrolle über alle Gastmaschinen auf diesem System

Kim wies darauf hin, dass die Schwachstelle auf einigen Linux-Distributionen, darunter Red Hat Enterprise Linux, auch von nicht privilegierten lokalen Benutzern zur Erlangung von Root-Rechten genutzt werden könnte.

In der Praxis erfordert die Ausnutzung Root-Zugriff innerhalb der Gast-VM. Diese Zugriffsebene wird Cloud-Kunden, denen eigene Instanzen zugewiesen werden, häufig standardmäßig gewährt. Wo kein Root-Zugriff verfügbar ist, könnten Angreifer die Schwachstelle mit einer weiteren Lücke zur Rechteausweitung kombinieren, um die erforderliche Zugriffsebene zu erreichen, so Kim.

Status der Patches

Die Schwachstelle blieb 16 Jahre lang unentdeckt im Linux-Kernel, bevor sie behoben wurde. Sie wurde am 19. Juni mit dem Commit 81ccda30b4e8 in den Mainline-Kernel übernommen.

Die Offenlegung ergänzt eine wachsende Liste von Schwachstellen im Linux-Kernel, die zur Rechteausweitung und zur Übernahme von Hosts eingesetzt oder demonstriert wurden. Dies unterstreicht die Risiken für Anbieter, die gemeinsam genutzte Infrastruktur betreiben.