Microsoft veröffentlicht im August-Update Patches für 398 Sicherheitslücken

Microsofts Sicherheitsupdate für August behebt 398 Schwachstellen in Windows und unterstützter Software, darunter eine laut Unternehmen aktiv ausgenutzte Lücke. Die Veröffentlichung umfasst außerdem z...

Microsofts Sicherheitsupdate für August behebt 398 Schwachstellen in Windows und unterstützter Software, darunter eine laut Unternehmen aktiv ausgenutzte Lücke. Die Veröffentlichung umfasst außerdem zwei Schwachstellen, die vor Bereitstellung der Patches öffentlich bekannt geworden waren.

Das aktuelle Paket ist kleiner als die rekordverdächtige Veröffentlichung vom Juli mit mehr als 570 behobenen Schwachstellen, aber ungefähr doppelt so umfangreich wie das Juni-Update. Microsoft führt die wachsende Zahl gemeldeter Schwachstellen teilweise auf den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Sicherheitsforschung zurück. Analysten erwarten, dass umfangreiche monatliche Patch-Pakete zunehmend üblich werden, da automatisierte Tools immer besser darin werden, Schwachstellen in Software zu erkennen.

42 der Schwachstellen dieses Monats erhielten von Microsoft die Einstufung „kritisch“. Diese Lücken könnten unter Umständen die Ausführung von Code aus der Ferne ermöglichen, wenn ein Angreifer nur wenig oder gar keine Interaktion des Benutzers benötigt.

Aktiv ausgenutzte Schwachstelle in einem Windows-Treiber

Die bekannte Zero-Day-Schwachstelle CVE-2026-68820 ist eine Privilegienerweiterung in afd.sys, einem Windows-Treiber für Netzwerk-Socket-Verbindungen. Sicherheitsforscher erklärten, dass ein Angreifer offenbar zunächst eingeschränkten Zugriff erlangen und anschließend wiederholt eine zeitkritische Bedingung ausnutzen muss, um eine umfassendere Kontrolle über das System zu erhalten.

Microsoft stufte außerdem CVE-2026-62832, eine Schwachstelle zur Privilegienerweiterung im Windows-Benutzerprofildienst, als wahrscheinlich ausnutzbar ein. Forscher vermuten, dass sie mit einer zuvor öffentlich bekannt gewordenen Schwachstelle namens „LegacyHive“ in Verbindung stehen könnte. Die dritte öffentlich bekannt gemachte Schwachstelle, CVE-2026-72971, ermöglicht lokale Manipulationen und gilt als weniger wahrscheinlich ausnutzbar.

Patchen mit KI bleibt eine Herausforderung

Die zunehmende Nutzung von KI zur Suche nach Schwachstellen wirft auch Fragen zur automatisierten Behebung auf. Eine Studie von 1Password ergab, dass große Sprachmodelle in mehr als der Hälfte der untersuchten Fälle komplexe Schwachstellen nicht vollständig beheben konnten oder neue Schwachstellen einführten. Sicherheitsexperten erklärten, dass KI weiterhin bei der Erstellung von Korrekturen helfen könne, eine Prüfung durch Menschen, Tests und wiederholte Verbesserungen jedoch unverzichtbar blieben.

Organisationen sollten die aktiv ausgenutzte Schwachstelle priorisieren und gleichzeitig prüfen, wie sich das umfassendere Update-Paket auf ihre eigene Gefährdungslage und ihre Anforderungen an das Änderungsmanagement auswirkt. Administratoren sollten Systeme und Daten sichern, Updates nach Möglichkeit testen und vor einer umfassenden Bereitstellung die Hinweise des Anbieters auf mögliche Kompatibilitätsprobleme überwachen.