NCSC hebt Design, Segmentierung und Überwachung als Schlüssel zu anspruchsvolleren CNI-Tests hervor
Das britische National Cyber Security Centre hat praxisnahe Erkenntnisse von Penetrationstestern veröffentlicht, die an kritischer nationaler Infrastruktur (CNI) arbeiten. Demnach können Organisatione...
Das britische National Cyber Security Centre hat praxisnahe Erkenntnisse von Penetrationstestern veröffentlicht, die an kritischer nationaler Infrastruktur (CNI) arbeiten. Demnach können Organisationen Angreifern das Leben deutlich schwerer machen, indem sie grundlegende Architektur- und Reaktionsfähigkeiten verbessern.
Der von einem leitenden NCSC-Forscher für cyber-physische Systeme verfasste Blogbeitrag basiert auf Rückmeldungen von Testern aus der Branche. Ihre Aufgabe besteht darin, Netzwerke zu untersuchen, Schwachstellen zu identifizieren und Teams dabei zu helfen, diese zu beheben, bevor feindliche Akteure dieselben Lücken ausnutzen können.
Sicherheit sollte von Anfang an integriert werden
Den Testern zufolge lassen sich Systeme leichter absichern, wenn sie von Beginn an mit Blick auf die Sicherheit konzipiert und nicht erst nachträglich mit Patches versehen werden. Ein Ansatz nach dem Prinzip „Security by Design“ erleichtert die Einführung von Kontrollen, die die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Eindringens verringern und die Auswirkungen einer Kompromittierung begrenzen.
Ein besonders wirksames Beispiel ist die Netzwerksegmentierung. Durch die Aufteilung von Umgebungen in kleinere, streng kontrollierte Zonen können Organisationen das Risiko einer lateralen Bewegung nach einem ersten Sicherheitsvorfall verringern. Das NCSC erklärte, dies sei insbesondere in der Betriebstechnologie (OT) wichtig: Die Trennung von OT-Steuerungssystemen und der Unternehmens-IT trage dazu bei, die Verfügbarkeit zu schützen und das Risiko von Beeinträchtigungen physischer Prozesse zu reduzieren.
- OT- und IT-Umgebungen als grundlegendes Designprinzip voneinander trennen
- Kontrollieren, welche Daten und Dienste Grenzen überschreiten dürfen
- Abgesicherte Zugangswege und privilegierte Zugriffsarbeitsplätze für die Administration verwenden
Überwachung hilft nur, wenn auf sie reagiert wird
Der Artikel betonte außerdem, dass Protokollierung und Überwachung deutlich wertvoller werden, wenn sie mit einer klaren Reaktion auf Sicherheitsvorfälle verbunden sind. Gute Telemetriedaten können verdächtige Aktivitäten aufdecken – allerdings nur, wenn Organisationen die richtigen Daten erfassen und Warnmeldungen zeitnah untersuchen.
Das NCSC erklärte, Teams sollten ihre Reaktionspläne regelmäßig testen und „Purple-Team“-Übungen in Betracht ziehen. Dabei arbeiten offensive und defensive Spezialisten zusammen, um Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben.
Tester mit der richtigen Expertise einsetzen
Organisationen, die einen Penetrationstest planen, empfahl das NCSC, im Rahmen seines CHECK-Programms zugelassene Anbieter einzusetzen. Zugleich warnte es, dass OT-Umgebungen besondere Erfahrung erfordern, da Tester ohne Kenntnisse industrieller Systeme wichtige Risiken übersehen oder unbeabsichtigt betriebliche Probleme verursachen könnten.
Die Empfehlungen sind nicht als vollständige Verteidigungsstrategie gedacht. Die Behörde erklärte jedoch, dass diese Maßnahmen die Hürde sowohl für Tester als auch für Angreifer in der Praxis erhöhen können.
