NCSC: Passkeys sollten Passwörter als bevorzugte Anmeldemethode ersetzen

Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) erklärt, dass Passkeys ab sofort die erste Wahl für die Anmeldung von Verbrauchern sein sollten. Dies markiert eine bemerkenswerte Abkehr von herköm...

Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) erklärt, dass Passkeys ab sofort die erste Wahl für die Anmeldung von Verbrauchern sein sollten. Dies markiert eine bemerkenswerte Abkehr von herkömmlichen Passwörtern. Die dem GCHQ unterstellte Behörde ist der Ansicht, dass die Technologie inzwischen ausgereift genug für einen breiten Einsatz ist und einen einfacheren, sichereren Zugang zu Online-Konten ermöglicht.

Passkeys funktionieren anders als Passwörter. Anstatt eine geheime Zeichenfolge einzugeben, bestätigen Nutzer die Anmeldung auf ihrem Gerät – häufig per Fingerabdruck, Gesichtsscan oder Geräteentsperrung. Laut NCSC verringert dies den Aufwand für Nutzer und erschwert gleichzeitig die Übernahme von Konten durch Kriminelle erheblich.

Die Ankündigung erfolgte gemeinsam mit einem neuen technischen Bericht, der während der Veranstaltung CYBERUK in Glasgow veröffentlicht wurde. Dem NCSC zufolge sind Passkeys mindestens genauso sicher und in der Regel sicherer als ein starkes Passwort in Kombination mit einer zweistufigen Verifizierung. Die Behörde argumentiert, dass dies besonders wichtig ist, weil viele Angriffe auf Einzelpersonen mit gestohlenen oder kompromittierten Zugangsdaten beginnen.

Warum das NCSC Passkeys unterstützt

  • Weniger anfällig für Phishing: Passkeys sind darauf ausgelegt, gängigen Methoden zum Diebstahl von Zugangsdaten zu widerstehen.

  • Schnellere Anmeldung: Laut NCSC kann die Anmeldung mit einem Passkey mehrere Male schneller sein als die Verwendung eines Passworts und eines Bestätigungscodes.

  • Weniger Passwortstress: Nutzer müssen sich nicht mehrere komplexe Passwörter merken oder diese regelmäßig ändern.

  • Mögliche Kosteneinsparungen: Diensteanbieter können ihre Abhängigkeit von SMS-basierter Verifizierung verringern, deren Betrieb teurer sein kann.

Auch die Unterstützung durch die Branche hat zugenommen. Große Dienste wie Google, eBay und PayPal bieten bereits Passkey-Unterstützung an. Vom NCSC zitierte Google-Daten deuten darauf hin, dass das Vereinigte Königreich zu den führenden Märkten bei der Einführung gehört: Mehr als die Hälfte der aktiven Google-Nutzer im Land hat einen registrierten Passkey.

Das NCSC erklärte, im vergangenen Jahr aufgrund von Problemen bei der Umsetzung noch von einer Empfehlung für Passkeys abgesehen zu haben. Die Behörde ist jedoch der Ansicht, dass sich diese Hürden inzwischen verringert haben. Für Dienste, die Passkeys noch nicht unterstützen, empfiehlt sie weiterhin die Verwendung eines Passwortmanagers zum Erstellen sicherer Passwörter sowie die Aktivierung einer zweistufigen Verifizierung.

Die Empfehlungen stehen im Einklang mit den umfassenderen Bemühungen der Regierung, die digitale Authentifizierung zu modernisieren. Die britische Regierung hat bereits Pläne angekündigt, Passkeys in ihren eigenen Diensten als Alternative zur SMS-Verifizierung einzuführen.