NCSC warnt Organisationen vor einer bevorstehenden Welle von Sicherheitsupdates

Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) fordert Organisationen auf, sich auf eine Flut von Software-Updates vorzubereiten, die nach der Aufdeckung langjähriger technischer Schwachstellen i...

Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) fordert Organisationen auf, sich auf eine Flut von Software-Updates vorzubereiten, die nach der Aufdeckung langjähriger technischer Schwachstellen im Technologiesektor folgen könnte.

In einem aktuellen Blogbeitrag erklärte die Behörde, dass sich in vielen Produkten und Diensten im Laufe der Zeit technische Altlasten angesammelt hätten, da kurzfristige Entwicklungsentscheidungen Sicherheitslücken hinterlassen hätten. Sie warnte, dass der fortgeschrittene Einsatz künstlicher Intelligenz Angreifern dabei helfen könnte, diese Schwachstellen schneller und in größerem Umfang zu finden und auszunutzen, wodurch der Druck auf Anbieter und Betreiber steigt, zu reagieren.

Zuerst exponierte Systeme in den Fokus nehmen

Das NCSC erklärte, Organisationen sollten zunächst ihre internetseitig erreichbaren und anderweitig extern exponierten Systeme identifizieren und reduzieren. Perimeter-Technologien, Cloud-Dienste und lokale Umgebungen sollten in dieser Reihenfolge überprüft werden, wobei internetweit sichtbare Systeme höchste Priorität erhalten sollten.

Wenn nicht jedes System sofort aktualisiert werden kann, empfiehlt die Behörde, sich auf externe Angriffsflächen und – sofern die Kapazitäten dies zulassen – auf kritische Sicherheitstools zu konzentrieren. Sie wies außerdem darauf hin, dass das Einspielen von Patches allein das Problem möglicherweise nicht löst, wenn Geräte nicht mehr unterstützt werden. In diesen Fällen müssen veraltete Systeme eventuell ersetzt oder wieder in den Support aufgenommen werden.

Schneller und häufiger patchen

Das NCSC erwartet, dass viele künftige Fehlerbehebungen in rascher Folge und mit unterschiedlichen Schweregraden veröffentlicht werden, darunter auch kritische Schwachstellen. Die Behörde rät Organisationen, sich auf schnelleres und häufigeres Patchen in großem Umfang vorzubereiten – auch innerhalb von Lieferketten.

  • Sicheres Hot-Patching aktivieren, sofern verfügbar.
  • Automatische Updates für Software und eingebettete Geräte aktivieren, wo dies möglich ist.
  • Bei erforderlichen manuellen Aktualisierungen eine risikobasierte Priorisierung anwenden.
  • Die Reaktion beschleunigen, wenn eine kritische Schwachstelle aktiv ausgenutzt wird.

Die Behörde empfahl außerdem, einen Ansatz nach dem Prinzip „standardmäßig aktualisieren“ zu verfolgen, räumte jedoch ein, dass einige betriebliche oder sicherheitskritische Systeme eine besondere Behandlung erfordern können.

Sicherheitsgrundlagen bleiben wichtig

Über das Patchen hinaus erklärte das NCSC, Organisationen sollten ihre grundlegenden Cyberabwehrmaßnahmen stärken. Dazu gehören die Nutzung von Cyber Essentials oder des Cyber Assessment Framework für Betreiber wesentlicher Dienste sowie die Verbesserung der Resilienz durch Ansätze wie privilegierte Arbeitsplätze, Observability und Threat Hunting.

Die Botschaft des NCSC ist eindeutig: Organisationen sollten sich jetzt auf eine Phase schneller Offenlegung von Schwachstellen und umfassender Patch-Aktivitäten vorbereiten, statt später nur reaktiv zu handeln.