Qihoo 360 zufolge kann sein KI-Schwachstellenfinder mit Anthropics Mythos konkurrieren

Das chinesische Cybersicherheitsunternehmen Qihoo 360 erklärt, ein KI-gestütztes System zur Entdeckung von Schwachstellen entwickelt zu haben, das Anthropics Mythos übertreffen kann – ein Modell, das...

Das chinesische Cybersicherheitsunternehmen Qihoo 360 erklärt, ein KI-gestütztes System zur Entdeckung von Schwachstellen entwickelt zu haben, das Anthropics Mythos übertreffen kann – ein Modell, das das Unternehmen als hochsensibel und strategisch bedeutsam beschrieben hat.

Qihoo-360-CEO Zhou Hongyi stellte das System auf der 14. Beijing Cybersecurity Conference vor, die von dem Unternehmen veranstaltet wird. Chinesischen Medienberichten über seine Äußerungen zufolge argumentierte Zhou, China benötige vergleichbare Werkzeuge, um dem Einsatz fortschrittlicher KI für offensive Cyberoperationen entgegenzuwirken. Zugleich erklärte er, dass eine Nachahmung des Ansatzes von Anthropic nicht der beste Weg sei.

Stattdessen habe Qihoo 360 laut Zhou eine eigene Methode entwickelt, die zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Bedrohungssuche mit einer umfangreichen Bibliothek von Malware-Samples und auf Sicherheit spezialisierten Modellen kombiniere. Das Ergebnis sei ein Multi-Agenten-System namens Tulongfeng, das eher wie ein koordiniertes Sicherheitsteam als wie ein einzelnes universell einsetzbares Modell arbeite.

So funktioniert das System laut Qihoo 360

  • Es modelliert ein Ziel und identifiziert Angriffsflächen mit hohem Risiko.
  • Es verfolgt Datenflüsse über Dateien und Komponenten hinweg, um Schwachstellen aufzuspüren.
  • Es erstellt automatisch Sandbox-Umgebungen.
  • Es generiert Exploit-Code und prüft, ob eine Schwachstelle tatsächlich besteht.
  • Es überprüft die Ergebnisse nach jeder Aufgabe, um spätere Durchläufe zu verbessern.

Qihoo 360 zufolge hat dieser Ansatz bereits Schwachstellen in Open-Source- und kommerzieller Software aufgedeckt. Zhou behauptete, das System habe eine Schwachstelle zur Rechteausweitung im Windows-Kernel, eine Sicherheitslücke zur Remote-Code-Ausführung in Microsoft Office sowie eine Excel-Schwachstelle gefunden, die jahrelang unentdeckt geblieben war. Außerdem erklärte er, das Unternehmen habe denselben Ansatz gegen OpenClaw eingesetzt, ein Ziel, das zuvor von menschlichen Forschern untersucht worden war.

Das Unternehmen hat außerdem ein weiteres KI-Sicherheitstool namens Yitianzhen vorgestellt. Nach eigenen Angaben kann es Angriffe auf die Abwehrmaßnahmen eines Unternehmens simulieren sowie Korrekturen empfehlen oder anwenden. Qihoo 360 baut rund um das Tool ein inländisches Bündnis von Sicherheitsunternehmen auf – als Gegengewicht zu Anthropics Programm mit kontrolliertem Zugang für Mythos, das unter dem Namen Project Glasswing bekannt ist.

Außerhalb Chinas ist Qihoo 360 weiterhin umstritten. US-Behörden haben Sanktionen gegen das Unternehmen verhängt, da sie befürchten, dass es Chinas Militär unterstützt, während Chinas Nationales Zentrum für die Reaktion auf Computerviren seine Forschung häufig öffentlich macht. Die jüngsten Behauptungen verschärfen den wachsenden Wettbewerb zwischen US-amerikanischen und chinesischen Unternehmen um den Einsatz von KI bei der Entdeckung von Schwachstellen und der Cyberabwehr.