Bericht weist auf das Interesse staatlicher Akteure an Wassersystemen hin
Sicherheitsforscher berichten, dass Wasser- und Abwasseranlagen von staatlich unterstützten Bedrohungsakteuren sondiert und teilweise kompromittiert werden. Die Aktivitäten werden Iran, Russland und C...
Sicherheitsforscher berichten, dass Wasser- und Abwasseranlagen von staatlich unterstützten Bedrohungsakteuren sondiert und teilweise kompromittiert werden. Die Aktivitäten werden Iran, Russland und China zugeschrieben. Die beschriebenen Angriffe setzen nicht auf fortschrittliche, maßgeschneiderte Malware. Stattdessen nutzen sie grundlegende Schwachstellen aus, die in industriellen Umgebungen nach wie vor häufig vorkommen.
Dem Bericht zufolge verschaffen sich Angreifer über einfache und vermeidbare Probleme Zugang, etwa schwache oder wiederverwendete Passwörter, aus dem Internet erreichbare speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und unzureichend segmentierte Netzwerke. In vielen Fällen liegt das Problem nicht in fehlenden Abwehrmaßnahmen gegen hochentwickelte Exploits, sondern in offengelegten Systemen, die überhaupt nicht erreichbar sein sollten.
Häufige Schwachstellen in der Betriebstechnik
SPS und andere Geräte der Betriebstechnik steuern häufig wichtige Funktionen in Kläranlagen und Pumpstationen. Wenn diese Systeme aus dem Internet erreichbar sind oder Netzwerkverbindungen mit geschäftlichen IT-Systemen teilen, können Angreifer möglicherweise mit geringem Widerstand von einer Umgebung in eine andere wechseln.
- Eine schwache Authentifizierung bleibt ein wiederkehrender Zugangspunkt.
- Offengelegte Steuergeräte können aus der Ferne entdeckt und angegriffen werden.
- Eine unzureichende Netzwerksegmentierung kann nach einer ersten Kompromittierung einen umfassenderen Zugriff ermöglichen.
Die Ergebnisse legen nahe, dass viele der Risiken für Wasserversorger struktureller und betrieblicher Natur sind und nicht durch seltene Zero-Day-Schwachstellen entstehen. Daher ist eine grundlegende Sicherheitshygiene für Versorgungsunternehmen und andere Betreiber kritischer Infrastrukturen besonders wichtig.
Fokus auf grundlegende Maßnahmen
Experten empfehlen häufig strengere Passwortrichtlinien, nach Möglichkeit eine Multi-Faktor-Authentifizierung, eine Bestandsaufnahme der Assets und eine stärkere Trennung zwischen Unternehmens- und Industrienetzwerken. Die Beschränkung des Fernzugriffs und die Überwachung offengelegter Geräte gelten ebenfalls als praktische Maßnahmen zur Risikominderung.
Der Bericht unterstreicht ein übergreifendes Muster, das in kritischen Infrastrukturen zu beobachten ist: Angreifer haben oft Erfolg, indem sie übersehene Schwachstellen in routinemäßigen Konfigurationen und Zugriffskontrollen ausnutzen. Für Wassersysteme bedeutet dies, dass die Verbesserung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen eine der wirksamsten Möglichkeiten sein kann, das Risiko von Betriebsunterbrechungen zu verringern.
