Spanische Polizei nimmt Mann aus Palencia fest, der pro-russische Hacktivisten unterstützt haben soll
Die spanische Polizei hat in Palencia einen Mann festgenommen, von dem Ermittler annehmen, dass er Verbindungen zu mehreren pro-russischen Hacktivistengruppen unterhielt, die mit Angriffen auf kritisc...
Die spanische Polizei hat in Palencia einen Mann festgenommen, von dem Ermittler annehmen, dass er Verbindungen zu mehreren pro-russischen Hacktivistengruppen unterhielt, die mit Angriffen auf kritische Infrastrukturen in Verbindung stehen. Die Festnahme erfolgte im März und wurde diese Woche öffentlich bekannt gegeben. Vorausgegangen waren Informationen des FBI.
Nach Angaben der Behörden soll der Verdächtige Verbindungen zu CyberArmy of Russia Reborn (CARR) und Z-Pentest haben und möglicherweise auch Operationen unterstützt haben, die NoName057(16) zugeschrieben werden. Nach Einschätzung der Polizei deutet die Untersuchung darauf hin, dass er dabei half, Aktivitäten für diese Netzwerke zu koordinieren, und in mindestens einem Fall logistische Unterstützung bei der Flucht eines ukrainischen Hackers leistete.
Die Behörden erklärten, das FBI habe seine spanischen Kollegen im August 2025 über die mutmaßliche Rolle des Mannes informiert. Er soll einem CARR-Mitglied geholfen haben, die Ukraine zu verlassen und über Polen und Belarus nach Russland zu reisen. Die Ermittler beschrieben die Unterstützung als Bereitstellung von Transport und weiteren Maßnahmen, die zur Durchführung der Reise erforderlich waren.
Nach der Festnahme sichergestellte Beweise
Die Polizei berichtete, dass bei Durchsuchungen im Haus des Verdächtigen Computerausrüstung und Geräte zur Aufbewahrung von Kryptowährungen gefunden wurden. Die Ermittler froren außerdem eine digitale Wallet ein, die ihrer Einschätzung nach möglicherweise kriminelle Erlöse enthält. Nach Angaben der Behörden weisen die sichergestellten Materialien auf Kontakte zu anderen Mitgliedern der pro-russischen Gruppen und auf eine Beteiligung an der Koordinierung ihrer Aktivitäten hin.
Der Fall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem westliche Sicherheitsbehörden weiterhin vor den Risiken warnen, die von mit Moskau verbundenen Hacktivistenkollektiven ausgehen. Obwohl viele dieser Gruppen vor allem für Kampagnen mit Distributed-Denial-of-Service-Angriffen bekannt sind, können die Störungen laut Behörden dennoch erheblich sein, wenn öffentliche Dienste oder Betreiber kritischer Infrastrukturen angegriffen werden.
Wachsender Druck auf pro-russische Gruppen
- Das britische National Cyber Security Centre hat gewarnt, dass diese Gruppen wegen der scheinbar einfachen Natur einiger ihrer Angriffe nicht unterschätzt werden sollten.
- US-Behörden erklärten, CARR habe mit Unterstützung des russischen Militärgeheimdienstes oder unter dessen Leitung agiert.
- Frühere Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden haben pro-russische Hacktivisten mit Vorfällen in Verbindung gebracht, die Wasser-, Energie- und Produktionssysteme betrafen.
Die spanischen Behörden haben den Verdächtigen bisher nicht öffentlich namentlich genannt, und die Ermittlungen dauern an. Die Festnahme ist Teil der zunehmenden internationalen Bemühungen, Personen zu identifizieren, die mit pro-russischer Hacktivistenaktivität verbundene Cyberoperationen unterstützen oder ermöglichen.
