Vereinigtes Königreich startet freiwilliges Cyber-Resilience-Pledge mit 60 Erstunterzeichnern

Die britische Regierung hat ein neues freiwilliges Cyber-Resilience-Pledge vorgestellt. Zum Start haben sich 60 Organisationen angeschlossen, darunter Marks & Spencer, Microsoft, Aviva, Fujitsu, d...

Die britische Regierung hat ein neues freiwilliges Cyber-Resilience-Pledge vorgestellt. Zum Start haben sich 60 Organisationen angeschlossen, darunter Marks & Spencer, Microsoft, Aviva, Fujitsu, die London Stock Exchange Group, Mastercard, Morrisons, Pearson, QinetiQ, SSE, United Utilities und Vodafone.

Technologieministerin Liz Kendall stellte die Initiative am Dienstag vor und erklärte, Ziel sei es, Unternehmen dazu zu bewegen, Cybersicherheit als Aufgabe auf Vorstandsebene und nicht als rein technisches Thema zu behandeln. Unternehmen, die sich anschließen, verpflichten sich zu mehreren breit gefassten Maßnahmen: Cyberrisiken in die Verantwortung der Führungsebene zu geben, den Early-Warning-Dienst des National Cyber Security Centre zu nutzen und Lieferanten dazu aufzufordern, den Basisstandard Cyber Essentials oder einen gleichwertigen Standard zu erfüllen.

Ein freiwilliges Programm ohne Durchsetzungsbefugnisse

Das Pledge ist als öffentliches Bekenntnis und nicht als regulatorische Vorgabe konzipiert. Unternehmen, die sich gegen eine Teilnahme entscheiden, müssen keine Strafen befürchten, und die Regierung hat für das Programm keine Durchsetzungsmaßnahmen vorgesehen. Dadurch ist die Liste der Unterzeichner nicht nur wegen der teilnehmenden Unternehmen bemerkenswert, sondern auch wegen derer, die nicht dabei sind.

Mehrere Unternehmen, die kürzlich von öffentlichkeitswirksamen Cybervorfällen betroffen waren, fehlten auf der Liste zum Start, darunter Co-op, Harrods und Jaguar Land Rover. Ihre Abwesenheit lässt nicht unbedingt Rückschlüsse auf ihren Sicherheitsstatus zu, unterstreicht aber, dass die Teilnahme freiwillig ist.

Die Teilnahme von Marks & Spencer ist weniger überraschend. Der Einzelhändler war im vergangenen Jahr eines der sichtbarsten Opfer eines Cybervorfalls im Vereinigten Königreich. Mit der Unterzeichnung des Pledge bietet sich dem Unternehmen daher die Gelegenheit, einen erneuten Fokus auf Resilienz zu demonstrieren.

Die Teilnahme von Capita erregte aus einem anderen Grund Aufmerksamkeit. Das Outsourcing-Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Cybersicherheitsproblemen zu kämpfen, darunter ein Bußgeld der ICO im Zusammenhang mit seinem Ransomware-Vorfall aus dem Jahr 2023, bei dem mehr als 6 Millionen Datensätze offengelegt wurden. Anfang dieses Jahres gab das Unternehmen außerdem eine Datenoffenlegung im Zusammenhang mit einem Rentenportal bekannt, durch die persönliche Informationen von Staatsbediensteten sichtbar wurden.

Auch Microsoft gehört zu den Partnern zum Start; der britische CEO Darren Hardman unterstützt die Initiative. Neben den bekannten Namen umfasst die Liste der Unterzeichner eine breite Palette großer Unternehmen, Beratungen und Sicherheitsfirmen. Dies deutet auf ein breites Interesse der Branche hin, auch wenn das Pledge weitgehend symbolischen Charakter behält.

Derzeit stellt die Regierung das Programm als Signal für gute Praxis und gemeinsame Verantwortung dar. Ob es zu messbaren Verbesserungen bei der Cyberhygiene von Unternehmen führt, wird davon abhängen, wie ernst die Unterzeichner ihre Verpflichtungen tatsächlich umsetzen.