Vereinigtes Königreich legt Konzept für Cyber Shield zur KI-gestützten Cyberabwehr vor

Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) und das Department for Science, Innovation and Technology (DSIT) arbeiten an einem neuen nationalen Cyberabwehrkonzept namens Cyber Shield, das die...

Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) und das Department for Science, Innovation and Technology (DSIT) arbeiten an einem neuen nationalen Cyberabwehrkonzept namens Cyber Shield, das die Reaktion des Landes auf sich schnell entwickelnde, durch künstliche Intelligenz unterstützte Bedrohungen stärken soll.

Die Initiative wurde vorgestellt, nachdem GCHQ-Direktorin Anne Keast-Butler erklärt hatte, dass die Sicherheitsgemeinschaft ihre Cyberabwehr für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz neu denken müsse. Cyber Shield soll fortschrittliche KI mit Abwehrwerkzeugen kombinieren, die mit Maschinengeschwindigkeit arbeiten, damit Schwachstellen schneller gefunden, Vorfälle eingedämmt und die nationalen Cyberrisiken reduziert werden können.

Warum der Plan entwickelt wird

Nach Angaben von Behörden nimmt die Bedrohungslandschaft im Vereinigten Königreich sowohl hinsichtlich ihres Umfangs als auch ihrer Komplexität zu. Kriminelle Gruppen und staatlich unterstützte Akteure können zunehmend Dienste stören, Daten stehlen und Schwachstellen in kritischen Systemen ausnutzen. Gleichzeitig hilft KI Angreifern dabei, Aufgaben wie Aufklärung und die Suche nach Schwachstellen deutlich schneller als bisher durchzuführen.

Dieser Wandel bedeutet, dass Verteidiger möglicherweise deutlich weniger Zeit haben, um Eindringversuche zu erkennen und zu stoppen. Das NCSC erklärt, dass in kritischen Systemen weiterhin viele vermeidbare Schwachstellen bestehen, darunter veraltete Software, verzögerte Sicherheitsupdates und unzureichende Zugriffskontrollen.

Wozu Organisationen aufgefordert werden

Während das längerfristige Konzept ausgearbeitet wird, fordert das NCSC Organisationen auf, sich auf grundlegende Cyberhygiene zu konzentrieren und sich auf KI-gestützte Abwehr vorzubereiten. Zu den Prioritäten gehören:

  • bekannte Schwachstellen schnell zu beheben
  • die Abhängigkeit von veralteten Technologien zu verringern
  • nach Möglichkeit Systeme nach dem Prinzip „Security by Design“ einzusetzen
  • KI-Tools zu prüfen, die Vorfälle erkennen, priorisieren und eindämmen können

Die Behörde möchte außerdem untersuchen, wie agentische KI selbstständig offengelegte Schwachstellen erkennen kann, wobei weiterhin Kontrollen für eine sichere Nutzung bestehen bleiben sollen.

Ausblick

Das NCSC warnt, dass vollständig automatisierte Angriffsketten mit der Weiterentwicklung fortschrittlicher KI leichter umsetzbar werden könnten. Dadurch könnten sich böswillige Aktivitäten mit Maschinengeschwindigkeit über den gesamten Lebenszyklus eines Eindringversuchs hinweg erstrecken. Nach Angaben der Behörde stellt dies eine strategische Herausforderung für Verteidiger dar und erhöht den Bedarf an skalierbaren und verantwortungsvollen Gegenmaßnahmen.

Cyber Shield wird als gemeinschaftliches Vorhaben entwickelt. Das NCSC bittet akademische Einrichtungen, Betreiber kritischer Infrastrukturen, KI-Labore und die Cybersicherheitsbranche um Beiträge, während es das Konzept weiter ausarbeitet.