Opfer des griechischen Predator-Spyware-Skandals reichen Klage über 8 Millionen Euro gegen Intellexa ein

Acht Menschen, die nach eigenen Angaben im sogenannten Predatorgate-Skandal in Griechenland ins Visier genommen wurden, haben eine Zivilklage gegen den in Athen ansässigen Hersteller der Überwachungss...

Acht Menschen, die nach eigenen Angaben im sogenannten Predatorgate-Skandal in Griechenland ins Visier genommen wurden, haben eine Zivilklage gegen den in Athen ansässigen Hersteller der Überwachungssoftware eingereicht und fordern insgesamt 8 Millionen Euro Schadensersatz.

Laut dem Anwalt der Kläger, Zacharias Kesses, fordert jeder Kläger 1 Million Euro als Entschädigung für immaterielle Schäden infolge von Gerätekompromittierungen, die angeblich zwischen 2020 und 2021 stattfanden. Zu der Gruppe gehört der Journalist Thanasis Koukakis, einer der prominentesten Namen im Zusammenhang mit dem Skandal, sowie Anwälte, Geheimdienstmitarbeiter und Polizeibeamte.

In der Klageschrift werden Intellexa SA und 13 Personen genannt, die mit dem weiteren Unternehmensnetzwerk rund um Predator verbunden sind, darunter der Unternehmensgründer Tal Dilian. Kesses erklärte, die Klage beschreibe, wie die Unternehmen und Einzelpersonen angeblich zusammengearbeitet hätten, um die Spyware zu entwickeln, zu vermarkten und einzusetzen.

Hintergrund des Skandals

Predator ist eine kommerzielle Spyware-Plattform, die Telefone kontrollieren und Daten extrahieren kann. In Griechenland geriet sie unter Beobachtung, nachdem Berichte bekannt geworden waren, wonach Dutzende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Textnachrichten mit schädlichen Links erhalten hatten. Ermittler erklärten später, dass diese Nachrichten Schwachstellen in Chrome und Android ausnutzten.

Die griechischen Behörden haben wiederholt bestritten, dass der Staat oder seine Geheimdienste an der Operation beteiligt waren. Eine staatsanwaltschaftliche Prüfung kam 2024 zu dem Ergebnis, dass keine Beweise für eine Verbindung der Regierung oder des Geheimdienstes zu dem Missbrauch gefunden worden seien. Organisationen der Zivilgesellschaft stellen jedoch weiterhin infrage, ob öffentliche Stellen irgendeine Rolle bei der Beschaffung oder dem Einsatz des Tools spielten.

Das Intellexa-Ökosystem ist ebenfalls international unter Druck geraten. 2024 setzte das US-Finanzministerium mehrere verbundene Unternehmen, darunter die in Athen ansässige Intellexa SA sowie Unternehmen in Irland, Nordmazedonien und Ungarn, wegen ihrer Unterstützung für Predator auf seine Sanktionsliste.

Anfang dieses Jahres befand ein griechisches Gericht für Übertretungsdelikte mehrere mit dem Netzwerk verbundene Personen der Verletzung des Kommunikationsgeheimnisses und des unrechtmäßigen Zugriffs auf personenbezogene Daten für schuldig. Sie erhielten langjährige Haftstrafen, wobei mit Berufungen gerechnet wird und das griechische Recht die tatsächlich verbüßbare Haftzeit begrenzt.

Wachsender Druck auf die EU

Die Klage wird eingereicht, während Aktivisten die Europäische Union dazu drängen, härter gegen den Missbrauch von Spyware in den Mitgliedstaaten vorzugehen. Ähnliche Kontroversen sind in Spanien, Ungarn und Polen aufgetreten und verstärken die Forderungen nach gründlicheren Ermittlungen und klareren Verantwortlichkeiten.

  • Die Kläger fordern jeweils 1 Million Euro als Entschädigung für immaterielle Schäden.
  • Die Klage richtet sich gegen Intellexa SA und 13 verbundene Personen.
  • Kampagnengruppen fordern die EU auf, den Einsatz von Spyware energischer zu untersuchen.