Aufsicht stellt fest: Secret Service nutzte bei Schutzmissionen private Telefone
Eine Bundesaufsichtsbehörde hat festgestellt, dass Mitarbeiter des Secret Service bei Schutzoperationen wiederholt auf private Mobiltelefone zurückgriffen – auch bei Einsätzen in den USA und im Auslan...
Eine Bundesaufsichtsbehörde hat festgestellt, dass Mitarbeiter des Secret Service bei Schutzoperationen wiederholt auf private Mobiltelefone zurückgriffen – auch bei Einsätzen in den USA und im Ausland, weil die von der Behörde bereitgestellten Geräte nicht vollständig für den Einsatz ausgestattet waren.
Die Ergebnisse stammen aus einer Untersuchung des Generalinspektors des US-Heimatschutzministeriums, die nach dem Attentatsversuch auf Präsident Trump im Jahr 2024 in Butler, Pennsylvania, angeordnet wurde. Dem Bericht zufolge war die mobile Sicherheitslage der Behörde so schwach, dass dadurch Risiken für die Einsatzkräfte und die von ihnen geschützten Amtsträger entstanden.
Sicherheitslücken bei dienstlichen Geräten
Die Untersuchung ergab, dass selbst die von Mitarbeitern verwendeten dienstlich bereitgestellten Geräte keinen ausreichenden Schutz vor anhaltenden Cyberbedrohungen durch ausländische Gegner oder andere Angreifer boten. Die Ermittler identifizierten außerdem anfällige Anwendungen auf Geräten der Behörde. Nach Angaben des Generalinspektors ließ die Umgebung Überwachung, Standortverfolgung, das Abfangen von Kommunikation und die Installation von Malware zu.
Da private Telefone nicht von der Regierung verwaltet werden, können sie Missionsdetails, Kontakte, Fotos und Standortdaten offenlegen. Der Bericht warnte, dass kompromittierte oder veraltete Geräte, die mit ungesicherten Netzwerken verbunden sind, zur Überwachung von Mitarbeitern oder zur Aufzeichnung ihrer Kommunikation genutzt werden könnten.
Weitverbreitete Nutzung privater Geräte
Bei der Auswertung von Anruf- und Textnachrichtendaten aus dem Zeitraum von Oktober 2022 bis Mai 2025 fanden die Ermittler mehr als 15.000 Fälle, in denen Mitarbeiter des Secret Service während Schutzveranstaltungen mit den privaten Telefonen von Kollegen telefonierten oder Nachrichten austauschten – bei insgesamt 4,8 Millionen untersuchten Anrufen.
Der Generalinspektor prüfte außerdem Abrechnungsunterlagen für Dienstreisen und identifizierte 30 Mitarbeiter, die während offizieller Auslandsreisen Kosten für die Nutzung privater Telefone geltend gemacht hatten. Viele der Befragten erklärten, dass sie ihre privaten Geräte bei nahezu jedem Auslandseinsatz benötigten. Einige nutzten private Telefone auch als Hotspots für Laptops der Behörde oder um auf Websites zuzugreifen, die auf dienstlich bereitgestellten Telefonen blockiert waren.
Empfohlene Maßnahmen
Der Bericht enthält fünf Empfehlungen, darunter:
- eine formelle Richtlinie zu erarbeiten, die sicherstellt, dass dienstliche Geräte die Einsatzanforderungen sicher unterstützen können
- Schulungen zur Sensibilisierung für Cybersicherheit zu intensivieren
- Mitarbeitern unmissverständlich mitzuteilen, dass private Geräte nicht für dienstliche Zwecke verwendet werden dürfen
- sicherzustellen, dass bei internationalen Einsätzen verwendete Mobilgeräte nach der Rückkehr gelöscht werden
- Richtlinien für Schwachstellentests auszuweiten, sodass sie den gesamten Code mobiler Apps abdecken
Der Secret Service stimmte den Empfehlungen zu. In einem dem Bericht beigefügten Schreiben erklärte Direktor Sean Curran, die Behörde habe bereits Änderungen an Kommunikationsrichtlinien und -verfahren vorgenommen, um das Risiko des Abfangens von Kommunikation zu verringern und Schutzoperationen zu stärken.
